Die Arbeitsgruppe Hepatologie verfolgt einen translationalen Forschungsansatz, der molekulare Grundlagenforschung, klinische Fragestellungen und innovative Versorgungsmodelle eng miteinander verbindet. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zur Entstehung und Progression von Lebererkrankungen zu gewinnen und diese in verbesserte diagnostische und therapeutische Strategien zu überführen.
Ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Forschung zu Lebertumoren. Mithilfe genetisch veränderter Mausmodelle werden krankheitsrelevante Signalwege und molekulare Mechanismen untersucht. Parallel dazu beschäftigen wir uns mit der Identifikation und Validierung von Biomarkern, insbesondere auf Genexpressionsebene. In Kombination von mausgenetischen Experimenten und bioinformatischen Analysen konnten wir mehrere molekulare Signaturen mit prognostischer Relevanz für das hepatozelluläre Karzinom (HCC) beschrieben und in unabhängigen Kohorten bestätigen. Gleichzeitig zeigen unsere neueren Untersuchungen aber auch die Grenzen dieser Ansätze auf, insbesondere hinsichtlich der Spezifität von Genexpressionsprofilen. Zur Verbesserung der Analyse haben wir daher nach alternativen Strategien der Genexpressionsanalyse gesucht und u.a. erfolgreich Untersuchung co-regulierter Gene („guilt-by-profiling“) evaluiert.
Ein weiterer wesentlicher Forschungsbereich ist das Mikrobiom bei Lebererkrankungen. Im Fokus unserer Arbeiten stehen Veränderungen des intestinalen und intrahepatischen Mikrobioms bei Fettlebererkrankungen und Lebertumoren. Die Arbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern, unter anderem dem Deutsches Krebsforschungszentrum. Unsere aktuellen Projekte in diesem Bereich untersuchen insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Mikrobiom, Gallensäuren- und Lipidstoffwechsel sowie den Einfluss metabolisch-bariatrischer Therapieverfahren.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Versorgungsforschung und digitalen Hepatologie. Ziel ist die Verbesserung der Patientenversorgung durch telemedizinische Konzepte, insbesondere in global unterversorgten Regionen wie Lateinamerika und Zentralasien. In diesem Zusammenhang wurde ein internationales Netzwerk aufgebaut, das standardisierte und qualitätsgesicherte klinische Datensätze generiert.
Diese Daten bilden die Grundlage für den Einsatz moderner Methoden der künstlichen Intelligenz und datengetriebenen Medizin. Projekte wie der Aufbau eines qualitätsgesicherten HCC-Datensatzes (Q-HCC) sowie internationale Initiativen im Bereich der digitalen Hepatologie ermöglichen neue Ansätze zur Risikoabschätzung, Prognose und Therapieplanung.
Aktuelle Forschungsförderungen
Deutsche Forschungsgemeinschaft: Charakterisierung molekularer Mechanismen von metabolisch-bariatrischer Chirurgie auf Mikrobiom, 2026 - 2029
Else Kröner-Fresenius-Stiftung / Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit: Digital Hepatology Hub, Joint Academics Center, Universidad de Antioquia, Medellin, Kolumbien, 2023 -2026
Else Kröner-Fresenius-Stiftung / Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit: Klinikpartnerschaft, Hospital de Clinicas San Lorenzo, Universidad Nacional de Asunción (UNA), Asuncion, Paraguay

