Im Notfall

Wer hilft im Notfall weiter?

Bei schweren oder unklaren Verletzungen:

  • Rufen Sie den Rettungsdienst 112.
  • Die Leitstelle kann Ihnen ebenfalls weiterhelfen und Sie bei der Versorgung Ihres Kindes nach einem Unfall oder bei einer Erkrankung unterstützen.

Bei nicht kritischem Zustand:

  • Wenden Sie sich an Ihren Haus- oder Kinderarzt.
  • Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Dieser hilft Ihnen bei der Entscheidung, ob Sie in eine Notaufnahme oder eine Bereitschaftsarztpraxis fahren sollten.

Notaufnahme:

  • Im Notfall können Sie jederzeit zu uns kommen. Für die Behandlung in der Notaufnahme brauchen Sie keinen Überweisungsschein. Sie müssen auch nicht vorher anrufen.
  • Eine Wegbeschreibung zu unserer Notaufnahme finden Sie hier.

Notruf

Nummer des Rettungsdienstes: 112

Folgende Informationen braucht der Rettungsdienst:

  • Wer ruft an?
  • Was ist passiert?
  • Wo braucht jemand Hilfe?
  • Wieviele sind verletzt? Wer braucht Hilfe?
  • Welche Verletzungen gibt es?

Bleiben Sie am Telefon, bis der Rettungsdienst das Gespräch beendet!

Verhalten im Notfall

Verbrennung/Verbrühung

  • Notruf 112 wählen: Alarmieren Sie immer den Rettungsdienst, wenn sich Ihr Kind schwer verletzt hat. Bei kleineren Verletzungen suchen Sie Ihren Kinder- oder Hausarzt auf.
  • Kühlen: Die betroffene Stelle sollten Sie mit handwarmem Wasser für maximal 10 Minuten oder bis der Rettungsdienst eintrifft kühlen.
    • Achtung: Nicht Kühlen bei Neugeborenen, Säuglingen und bewusstlosen Kindern sowie bei großflächigen Verletzungen wegen der Unterkühlungsgefahr.
  • Flammen löschen: Wälzen Sie das Kind am Boden oder löschen Sie die Flammen mit Wasser.
  • Kleidung ausziehen: Ziehen Sie bei Verbrühungen die Kleidung, auch die Windel, sofort aus. Eingebrannte Kleidung jedoch nicht mit Gewalt entfernen.
  • Bei Stromunfällen: Schalten Sie sofort den Stromkreis ab.
  • Keine Hausmittel verwenden: Behandeln Sie Brandwunden niemals mit Hausmitteln (Mehl, Zahnpasta, Öl etc.) oder sonstigen alternativen Mitteln.

Unfall/Verletzung

Kopfverletzungen

Alarmieren Sie den Notdienst, wenn ihr Kind:

  •           bewusstlos war
  •           benommen ist oder doppelt sieht
  •           erbricht
  •           teilnahmslos/ verwirrt ist
  •           nicht mehr richtig sprechen kann

Wichtig: Die Auswirkungen einer Kopfverletzung können sich auch erst nach einigen Stunden zeigen. Lassen Sie Ihr Kind in den ersten Tagen nicht alleine und achten Sie auch nachts auf mögliche Folgen der Kopfverletzung:

  • Erbrechen
  • plötzliche Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • pausenloses Schreien

Rufen Sie bei Auffälligkeiten den Arzt oder fahren Sie in die nächstgelegene Notaufnahme.

 

Knochenbrüche

  • Ruhigstellen: Stellen Sie das betroffene Körperteil ruhig und achten Sie darauf, dass der gebrochene Knochen nicht bewegt wird.
  • Bei offenen Knochenbrüchen: Bedecken Sie die Bruchstelle mit einer sterilen Wundauflage.
  • Bei geschlossenen Brüchen: Kühlen Sie die Stelle. Das lindert den Schmerz und lenkt Ihr Kind etwas ab.

So erkennen Sie einen Knochenbruch:
  • starke Schmerzen
  • deutliche Schwellung
  • Bewegungseinschränkung
  • knirschende Geräusche beim Bewegen
  • Fehlstellung des Knochens

Allgemeine Verletzungen

  • Beulen: Kühlen Sie die Stelle mit einem Kühlpack (in ein Geschirrtuch einwickeln) oder mit einem feuchten Waschlappen für ca. 15-30 Minuten.
  • Schürfwunden: Säubern Sie die Wunde zunächst vorsichtig, entfernen Sie Schmutz und Steinchen. Stoppen Sie die Blutung mit einer sauberen Kompresse. Anschließend können Sie ein Pflaster aufkleben.
  • Große und schwere Verletzungen: Rufen Sie den Notarzt.

Akute Schmerzen

Bei akut auftretenden Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Erster Ansprechpartner ist Ihr Haus- oder Kinderarzt.


Bei sehr starken akuten oder länger anhaltenden Schmerzen
: Rufen Sie den Rettungsdienst 112 oder kommen Sie selbstständig mit Ihrem Kind in die Notaufnahme.

Insektenstiche

Die meisten Insektenstiche sind harmlos und können mit entsprechenden Gels aus der Apotheke oder der Drogerie behandelt werden. Wärme kann ebenso die Beschwerden lindern. Legen Sie einen warmen Waschlappen auf die betroffene Stelle. Nach ein paar Minuten können Sie die Stelle dann kühlen.

 

Anzeichen eines allergischen Schocks:

  • Atemnot
  • Quaddeln auf der Haut
  • erhöhter Puls
  • Fieber
  • Übelkeit
  • Schüttelfrost bekommt.
Was Sie tun können:
  • Entfernen Sie bei einem Bienenstich den Stachel.
  • Befreien Sie Ihr Kind von enger Kleidung.
  • Bringen Sie Ihr Kind in eine sitzende Position oder lagen Sie die Beine hoch
  • Ist Ihr Kind bewusstlos, legen Sie es in die stabile Seitenlage.
  • Bei einem Atem- oder Herzstillstand beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung, mindestens solange bis Ihr Kind wieder zu Bewusstsein kommt oder der Rettungsdienst übernimmt.
  • Bei Zeckenbissen sollten die Zecke so zeitnah wie möglich mit einer entsprechenden Zange oder Karte entfernen. Sei Sie wachsam, ob sich in der nächsten Zeit eine kreisrunde Rötung um die Bissstelle bildet, dann könnte die Zecke Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Kontaktieren Sie in diesem Fall Ihren Haus- oder Kinderarzt.

Sonnenstich/Hitzschlag

Ist Ihr Kind zu lange (ungeschützt) in der Sonne gewesen, kann es zu einem Sonnenstich oder Hitzschlag kommen.

Typische Symptome eines Sonnenstichs:
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • erhöhter Puls
Was Sie tun können:
  • Bringen Sie Ihr Kind in den Schatten.
  • Lagern Sie den Oberkörper leicht erhöht
  • Sorgen Sie für ausreichende Flüssigkeit


Ein Hitzschlag ist ein Notfall. Das Kind kann die Körpertemperatur nicht mehr regulieren. Die Körpertemperatur steigt auf über 40°C an, was zu einer lebensgefährlichen Überhitzung führen kann.

Typische Symptome eines Hitzschlags
  • starker Temperaturanstieg
  • hochroter Kopf
  • Bewusstseinseintrübung
  • ggf. Schüttelfrost und steifer Nacken
Was Sie tun können:
  • Rufen Sie den Rettungsdienst.
  • Bringen Sie das Kind an einen kühlen, schattigen Ort.
  • Entfernen Sie dicke, einengende Kleidung.
  • Kühlen Sie Ihr Kind vorsichtig mit lauwarmen feuchten Tüchern, die Sie über den ganzen Körper legen.
  • Ist Ihr Kind ansprechbar und erbricht sich nicht, können Sie ihm vorsichtig etwas zu trinken geben. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu kalt ist

 

 

Vergiftungen

Kinder könne sich schnell versehentlich vergiften, z.B. durch falsch gelagerte Putzmittel, Medikamente oder Beeren, Pilzen und Pflanzen in der Natur. Achten Sie daher auf die kindersichere Aufbewahrung von Putzmitteln und Medikamenten und passen Sie in der Natur auf, was Ihr Kind anfasst oder in den Mund nimmt.

 

Anzeichen einer Vergiftung:
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Unwohlsein
  • Bewusstlosigkeit
  • Herz-Kreislauf-Stillstand

 

Was tun bei Verdacht auf Vergiftung?
Sofort die Giftnotrufzentrale oder den Notruf 112 kontaktieren.

Bis dahin:

  • Sorgen Sie Für frische Luft (bei eingeatmeten Gasen).
  • Lösen Sie kein Erbrechen aus.
  • Kontrollieren Sie den Mundraum und entfernen Sie Pflanzenreste.
  • Bewahren Sie Reste der Substanz oder Erbrochenes auf, um die Identifikation zu erleichtern.

 

Giftnotruf MV: 0361 730 730

Weitere Informationen bietet die App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ des Bundesinstitut für Risikobewertung.

https://www.bfr.bund.de/de/apps_vergiftungsunfaelle.html

Verschlucken/Ersticken

Kleine Spielzeugteile, Murmeln etc. in der Speise- oder Luftröhre stecken bleiben, wenn sie in den Mund gelangen. Bringen Sie Ihr Kind dazu, zu Husten und beobachten Sie, ob es effektiv atmet.

 

Anzeichen einer Erstickung
  • Atemnot
  • anhaltender Husten
  • Pfeifgeräusche beim Atmen
  • verfärbtes Gesicht

Rufen Sie den Rettungsdienst und beginnen Sie mit Erste-Hilfe-Maßnahmen.
Bei größeren Kindern gelten die gleichen Maßnahmen wie für Erwachsene, die sich verschluckt haben (Rückenschläge und Bauchkompressionen).

 

Maßnahmen bei Babys, die noch nicht selbst stehen können
  1. Setzen Sie sich auf einen Stuhl und legen Sie das Baby mit dem Bauch nach unten auf Ihre Oberschenkel.
  2. Klopfen Sie bis zu 5-mal auf die Rückenmitte.
  3. Falls keine Besserung eintritt, drehen Sie das Baby auf den Rücken und geben mit den Fingerspitzen kleine Stöße auf den Brustkorb, bis die Atemwege frei sind und das Baby wieder Luft bekommt.
  4. Wiederholen Sie den Wechsel aus Rücken- und Bauchstößen bis der Fremdkörper entfernt wurde oder der Rettungsdienst übernimmt.

Wichtig: Lassen Sie Ihr Kind auch dann ärztlich untersuchen, wenn die oben genannten Maßnahmen erfolgreich waren und Ihr Kind wieder atmen kann; der Fremdkörper kann in einen Lungenflügel gerutscht sein.

Stromunfälle

Stromunfälle

Ungesicherte Steckdosen, defekte Elektrogeräte und Kabel können zu gefährlichen Stromunfällen bei Kindern führen. Je länger und intensiver der Strom durch den Körper fließt, desto gefährlicher sind die Folgen.

Typische Anzeichen für einen Stromunfall:

  • Angstzustände
  • Schmerzen und Verbrennungen an den Kontaktstellen
  • Muskelverkrampfungen
  • Herzrhythmusstörungen bis zum Kammerflimmern
  • Bewusstlosigkeit und Atemstillstand

 

Erste Hilfe:

Achten Sie zuerst auf Ihre eigene Sicherheit. Sie können Ihrem Kind nur helfen, wenn Sie nicht selbst mit dem Strom in Kontakt geraten

  • Stromkreis unterbrechen: Ziehen Sie den Stecker oder schalten Sie die Hauptsicherung aus.
  • Falls das nicht möglich ist: Trennen Sie Ihr Kind mit einem nicht-leitenden Gegenstand (z. B. einem Besenstiel aus Holz) von der Stromquelle.
  • Bei Bewusstlosigkeit: Überprüfen Sie die Atmung und beginnen Sie mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen.
  • Wundversorgung: Decken Sie Brandwunden mit einem sterilen Verband aus dem Erste-Hilfe-Kasten ab.

 

Wichtig: Lassen Sie Ihr Kind immer ärztlich untersuchen, auch wenn es auf den ersten Blick unverletzt erscheint.