Translationale Immun-Onkologie
In der Translationalen Immun-Onkologie untersuchen wir, warum Immuntherapien beim Hochrisiko-Neuroblastom bei einigen Patientinnen und Patienten gut wirken, während andere Tumoren trotz intensiver Therapie weiterwachsen oder zurückkehren. Unser Ziel ist es, klinische Beobachtungen aus der Behandlung von Kindern mit Neuroblastom direkt mit experimenteller Forschung im Labor zu verbinden.
Unsere translationale Forschungsstrategie verbindet klinische Beobachtungen mit präklinischen Modellen. Aus Patientenmaterial, Tumorgewebeanalysen und molekularen Daten entwickeln wir Hypothesen zur Therapieresistenz und Immunflucht. Diese werden anschließend in Zellkultur-, 3D- und präklinischen Modellen überprüft, um neue rationale Kombinationstherapien zu entwickeln. </figcaption> </figure>
Unser Forschungsschwerpunkt
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der GD2-gerichteten Antikörpertherapie. Diese Therapie nutzt das Immunsystem, um Neuroblastomzellen gezielt zu erkennen und abzutöten. Tumorzellen können sich jedoch während der Behandlung verändern und Mechanismen der Immunflucht entwickeln. Wir untersuchen deshalb, welche biologischen Eigenschaften Tumorzellen empfindlich oder widerstandsfähig gegenüber Immuntherapie machen.
Dazu verbinden wir klinische Daten, Tumorgewebeanalysen und moderne präklinische Modelle. Aus Patientenmaterial und molekularen Daten leiten wir Hypothesen ab, die anschließend im Labor überprüft werden. So entsteht ein translationaler Kreislauf: von der klinischen Beobachtung über das experimentelle Modell zurück zur Entwicklung neuer Therapiekonzepte.
Unsere Methoden
Wir arbeiten mit Neuroblastom-Zelllinien, die unterschiedliche biologische Zustände des Tumors abbilden. Dadurch können wir untersuchen, wie sich Tumorzellen unter Therapie verändern und ob bestimmte Zellzustände besonders gut oder schlecht auf Immuntherapie ansprechen.
In 3D-Sphäroidmodellen lassen wir Tumorzellen als kleine kugelförmige Tumormodelle wachsen. Diese Modelle ähneln echten Tumoren stärker als klassische Zellkulturen, da sie räumliche Strukturen, Wachstumszonen und Therapiebarrieren besser nachbilden.
Mit Live-Cell-Imaging beobachten wir Tumor- und Immunzellen über mehrere Tage hinweg. So können wir verfolgen, wann und wie schnell eine Therapie wirkt und ob eine Kombination aus Chemotherapie und Immuntherapie stärker ist als eine Einzelbehandlung.
In immunologischen Funktionsassays untersuchen wir, wie natürliche Killerzellen und andere Immunzellen antikörpermarkierte Neuroblastomzellen erkennen und abtöten. Dieser Mechanismus wird als antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität bezeichnet und ist ein zentraler Wirkmechanismus der GD2-gerichteten Immuntherapie.
Zusätzlich analysieren wir Tumorgewebe und molekulare Daten, um besser zu verstehen, welche Signale im Tumor mit Therapieresistenz, Immunflucht oder einem verbesserten Therapieansprechen verbunden sind.
Bedeutung für Promotionsprojekte
Promotionsinteressierte können in diesem Forschungsbereich an klinisch relevanten Fragestellungen mitarbeiten und moderne Methoden der Krebs- und Immuntherapieforschung erlernen. Mögliche Themen umfassen 3D-Tumormodelle, Immunzell-Assays, Live-Cell-Imaging, Durchflusszytometrie, Bildanalyse sowie die Untersuchung von Tumorzellzuständen und Therapieresistenz.
Ziel ist es, experimentelle Daten nicht isoliert zu betrachten, sondern sie in einen klaren translationalen Zusammenhang zu stellen: Welche klinische Beobachtung führt zu welcher Laborfrage, und wie kann daraus langfristig eine bessere Therapie entstehen?

