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Bekämpfung von Jodmangel in Europa – Greifswalder EUthyroid2-Projekt im European Thyroid Journal

Die Folgen von Jodmangel verursachen enorme Kosten für die Gesundheitssysteme. Das EU-geförderte Projekt „EUthyroid2“ befasst sich mit dem Problem und wird an der Universitätsmedizin Greifswald von Professor Henry Völzke und seinem Team koordiniert. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel im European Thyroid Journal skizzierte das Projektteam einen umfangreichen Plan zur Behebung des Jodmangels in Europa. Dazu soll zum einen das Bewusstsein für Risiken bei Jugendlichen und jungen Frauen geschärft werden. Zum anderen identifizieren Völzke und sein Team bewährte Praxismethoden im Umgang mit der Bekämpfung von Jodmangel. Diese sollen als Grundlage dazu beitragen, dass junge Frauen ihre eigene Schilddrüsenfunktion, ihre allgemeine Gesundheit und die ihrer Nachkommen verbessern können.

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Das internationale Projektteam von EUthyroid2 bei einem Meeting in Rostock im Herbst 2025

Jodmangelkrankheiten betreffen alle Altersgruppen, wobei Frauen und Kinder besonders gefährdet sind. Beispielsweise ist der Jodstatus für die Schilddrüsenfunktion einer der Hauptfaktoren. In der Schwangerschaft kann Jodmangel sogar das Risiko von Entwicklungsstörungen beim Kind erhöhen. Auch Erwachsene, die in Jodmangelgebieten leben, haben ein hohes Risiko für Kropf, Schilddrüsenknoten und Schilddrüsenüberfunktion. Das Fehlen lässt sich jedoch leicht durch die Jodierung von Speisesalz, Tierfutter, pflanzlichen Alternativen und den Verzehr von jodhaltigen Lebensmitteln wie Meeresfrüchten, Eiern, Milch und Milchprodukten vermeiden.

Umfangreiche Strategie entwickelt

Zur Aufklärung wird das Projekt „EUthyroid2“ daher auch Studien im internationalen Bildungs- und Gesundheitswesen durchführen, um das Wissen und das Bewusstsein für Jodernährung bei Jugendlichen und jungen Frauen zu verbessern. Hierzu werden grenzübergreifend Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen, Gymnasien und Berufsschulen in mehreren internationalen Regionen, auch Deutschland, angesprochen. Gleiches geschieht im Gesundheitswesen, um dort das Bewusstsein von Fachkräften zu schärfen.

„Das EU-Projekt ist notwendig, da die nationalen Herangehensweisen zur Bekämpfung des Jodmangels sehr unterschiedlich sind“, sagt Professor Henry Voelzke. „Im EUthyroid2 untersuchen und entwickeln wir zugeschnittene Ansätze für die einzelnen Regionen, um eine solide Grundlage für zukünftige nationale Aufklärungskampagnen zu schaffen.“

Hintergrund und Weiterführendes

Wie es der Name hergibt, baut EUthyroid2 auf das erste Projekt EUthyroid auf, das von 2015-2018 durchgeführt wurde, ebenfalls koordiniert von Völzke. Das auf vier Jahre angelegte Projekt startete 2023 und wird noch bis 2027 durchgeführt.

Zum Artikel: EUthyroid2: The next step towards the elimination of iodine deficiency and preventable iodine-related disorders in Europe and beyond